Dänemark

Nach zwei Wochen in der Schweiz, in denen der Frosch einen intensiven Grossputz erhielt und der Einbau der neuen Batterien in der Wohnkabine erfolgte, starteten wir Anfang Mai auf unsere Tour in die Nordischen Länder. Zügig querten wir Deutschland um in Puttgarden die Fähre nach Dänemark zu nehmen. Die gesamte Organisation der Fährüberfahrt ging professionell und effizient vonstatten. Eine moderne Hybridfähre brachte den Frosch und uns zusammen mit vielen anderen LKW’s und Privatpersonen in 45 Minuten über das Meer. An Bord herrschte reges Treiben, die Restaurants, Cafés und der Duty Free Laden an Bord waren gut besucht.

Unseren ersten Übernachtungsplatz wählten wir in Nykobing Falster, einem kleinen 5000 Einwohnerort. Dort bietet der ortsansässige Kayakclub Stellplätze für Wohnmobile an, denn das Wildcampen ist in Dänemark nicht erlaubt. Kurz nach Ankunft machten wir uns zu Fuss auf eine kleine Stadttour und liessen die ersten Eindrücke des Landes Dänemark auf uns wirken. Interessant war, dass im Zentrum dieses Ortes fast jedes zweite Geschäft ein Frisör war. Bei sonnigem Wetter erkundeten wir den Ort und liessen uns vom kühlen Wind nicht vertreiben.

Nach einer ruhigen und guten Nacht machten wir uns auf den Weg zum ersten Highlight des Landes – die Insel Mon. Mon ist ein weltweit einzigartiges Naturgebiet mit hoher Biodiversität. Es ist daher eines der am meisten besuchten Gebiete in Dänemark. Der Weg führte uns entlang riesiger, knallgelber Rapsfelder, deren Duft uns während der einstündigen Fahrt stets begleitete. Die senkrecht ins Meer hinabfallenden weissen Kreidefelsen von Mons Klint, die über 100 Meter hoch sind, gelten als Hauptattraktionen der Region. Diese entstanden zur Kreidezeit aus Skelettresten. Am Strand lassen sich noch heute versteinerte Tiere finden und die diversen Spazierwege entlang dieser einmaligen Küste bieten imposante Aussichten auf diese Landschaft.

Die Region bietet nebst den vielseitigen Wanderwegen auch Möglichkeiten zur Erkundung mit dem Fahrrad oder auf dem Pferd. Durch Wälder und entlang von Weideflächen mit grasenden Hereford-Rindern fuhren wir mit unseren Fahrrädern durch die Gegend – getreu dem Motto: Do as the locals do. Im nördlichen Teil der Insel liegt der romantische Park Liselund. Dieser im 18. Jahrhundert erschaffene Park ist der am besten erhaltene romantische Garten Dänemarks. Diverse Gast- und Herrschaftshäuser aus dem 18. Jahrhundert befinden sich auf dem Gelände und es ist wiederum möglich, durch den Wald hinunter an die Küste zu gelangen.

Nach drei wunderbaren Tagen in Mons Klint fuhren wir in die Hauptstadt, nach Kopenhagen. Unser Stellplatz am Hafen lag nur unweit der Metrostation – so beschlossen wir, die Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden und liessen unsere Fahrräder am Frosch. Warme Temperaturen begleiteten uns beim Besuch der Sehenswürdigkeiten der Stadt – von der kleinen Meerjungfrau, zum Kastell von Kopenhagen bis schliesslich zum Nyhaven. Einheimische und Touristen genossen bei sonnigem Wetter einen Apéro auf den Terrassen der Restaurants. Wir erhielten den Tipp, das permanente Streetfood-Areal Kopenhagens, Reffen, zu besuchen. So genossen wir an einem lauen Freitagabend die kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt und die Stimmung inmitten Einheimischer. Das Fahrrad ist in Dänemark ein Hauptverkehrsmittel. In der Hauptstadt fällt dies besonders auf – separate Fahrradstreifen, die genügend Platz auch für Dreiräder bieten, sind stark frequentiert. Entsprechend wenig motorisierter Verkehr herrscht, was für zusätzliche Ruhe in der Stadt sorgt. Bei sommerlichen Temperaturen liessen wir das Treiben der Stadt auf uns wirken. Die Leute vergnügten sich bei sportlichen Aktivitäten im 12 Grad kalten Wasser oder frönten dem Sonnenbad auf den Grünflächen der Stadt. Der Freistadt Christiana statteten wir ebenfalls einen Besuch ab.

Kopenhagen hat uns sehr gut gefallen und nach fünf Tagen verliessen wir Mitte Mai Dänemark bereits in Richtung Schweden. Wir freuten uns auf die Fahrt über die im Jahre 2000 fertiggestellte Öresundbrücke, die weltweit längste Schrägseilbrücke, die den Strassen- und Eisenbahnverkehr kombiniert und die Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö darstellt.

Oresundbrücke, Fotocredit: Oresundbron.com, Johan Nilsson

Nachdem wir während rund 60 Tagen die Länder Schweden, Finnland und Norwegen erkundeten, erreichten wir Anfang Juli Dänemark erneut, als wir mit der Fähre von Norwegen in Hirtshals ankamen. Wir besuchten den Nationalpark Thy, der mit einer einmaligen Natur aus Dünen, Heiden, Seen, Stränden und Wälder punktet. Weiter sind Bunkerruinen des Atlantikwalls aus dem 2. Weltkrieg in dieser Region stark verbreitet.

Unsere Eindrücke: Viele Fahrräder und ein grosses Radwegnetz aber fast niemand trägt einen Velohelm, grosse Abstände zwischen den Häusern, viel Platz, viel Wind, schöne Natur, typische rote Backsteinhäuser, grosse Wohnzimmerfenster ohne Vorhänge, Frau trägt Rock, Männer sind oft oben ohne unterwegs, es gibt Leben auf den Gassen (Cafés, Restaurants etc.).

Unsere Route in Dänemark

Hinterlasse einen Kommentar