Nach dem Jasenovac Memorial führte unsere Reise weiter über ländliches Gebiet in Grenznähe zu Bosnien-Herzegowina. Wieder auffällig waren Häuser ohne Verputz sowie fahrende Bienenhäuser (alter Lastwagen mit einem grossen Bienenhaus auf der Ladefläche). Auf dieser Route waren sehr viele Polizeipatrouillen unterwegs und so kamen wir schliesslich auch in die erste Polizeikontrolle. Zwei Polizisten, einer sprach sehr gut Deutsch der andere Englisch kontrollierten unsere Papiere und wollten schliesslich noch einen Blick in unsere Kabine werfen. Sie waren sehr freundlich und erklärten uns, dass sie diese Kontrollen aufgrund der Migrantenströme vornehmen müssen. Da alles in Ordnung war, blieb noch Zeit um über den Frosch zu fachsimpeln und wie viel wohl ein neuer Reifen kosten würde.
Je näher wir in die Region des Nationalparks der bekannten Plitvicer Seen kamen, desto touristischer wurde es. Viele Restaurants (die auch geöffnet waren), überall Schilder mit angepriesenen Appartements oder Zimmern kündeten die baldige Ankunft im Nationalpark an.
Der Nationalpark Plitvicer Seen wurde 1979 als UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen und ist der älteste und grösste Nationalpark der Republik Kroatiens. Er ist bekannt als Schauplatz von Winnetou Verfilmungen (z.B. Schatz am Silbersee) und durch seine aneinandergereihten blaugrünen Seen, die durch Sinterbarrieren voneinander getrennt sind. Der Park bietet Lebensraum für national sowie weltweit gefährdete Arten und ist eines der wertvollsten Gebiete in Kroatien hinsichtlich Biodiversität. Im ganzjährig geöffneten Park gibt es diverse Wanderwege und Routen rund um die Seen. Bei unserem Besuch war allerdings aufgrund des Schnees nur 1 Route geöffnet – das Tagesticket für Erwachsene mit CHF 10.- aber auch nur 1/5 jenes Preises, welcher in der Hauptsaison zu bezahlen ist.


Unsere Route führte uns innerhalb des Nationalparks weiter über einen kleinen Pass, gefolgt von wunderschönen, weiten Prärieebenen. Die Gegend war mit Schnee bedeckt und bildete einen schönen Kontrast auf die bisherigen Wälder im Nationalpark. Kurze Zeit später fanden wir auch unseren nächsten Stellplatz – der eigentlich geschlossen aber dennoch offen war. Wie bei vielen Park- oder Stellplätzen in der aktuellen Jahreszeit war auch hier die Barriere geöffnet und der Bezahlautomat ausser Betrieb. Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück stand am nächsten Tag bei angenehmen Temperaturen Frog care – innen und aussen – auf dem Programm. Also Hausputz, Fahrzeugkontrolle, Abschmieren der Kardanwellen usw.
Unser Plan einer Schneeschuhtour im Nationalpark Plitvicer Seen oder im Nationalpark Sjeverni Velebit war aufgrund Schneemangels oder geschlossener Wege nicht umsetzbar. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und wir hoffen in Bosnien und Herzegowina unsere Schneeschuhe nutzen zu können.
Zurück an der Adriaküste beschlossen wir mit der Fähre auf die Insel Pag zu fahren um von dort aus weiter Richtung Zadar zu reisen. Nach Ankunft auf der Insel findet man sich in einer mondähnlichen Landschaft wieder. Es geht durch helle Gesteinshügel in denen unzählige Schafe „weiden“. Aufgrund der perfekten Tarnung sieht man die Schafe beim Vorbeifahren erst wenn sie sich bewegen. Die Landschaft auf der Insel ändert sich einige Male – von Stein zu Busch und Weiden. Die Insel ist nicht nur bekannt für ihre Partyorte (Zrce Beach bei Navalja) sondern auch für den Schafskäse, den Lammbraten sowie den Pager Weisswein.

Zadar war unser nächstes Ziel – nicht nur für Sightseeing sondern auch um Diverses zu erledigen. So verbrachten wir den ersten Tag mit Wäschewaschen, Einkaufen, Coiffeurbesuch usw. was optimal zum regnerischen Wetter passte. Von Norden her kommend ist Zadar die erste grössere Stadt in Dalmatien und sie teilt sich in die Neu- und die Altstadt auf. Die Altstadt liegt auf einer Landzunge und ihre Stadtmauern sind seit 2017 UNESCO Weltkulturerbe. In der Altstadt gibt es sowohl Überreste römischer Bauwerke als auch moderne Bauten. Unser Favorit war die Meeresorgel am Hafen, die 2005 gebaut wurde. Durch die Meereswellen wird Luft in die Orgelpfeifen gepresst, wodurch je nach Wellengang eine andere Melodie ertönt – ein musikalisches Highlight!


Nach unserer Stadtbesichtigung unternahmen wir nochmals einen Abstecher ins „Winnetouland“ und besuchten den Zrmanja Canyon, der nicht weit weg von Zadar etwas im Landesinnern liegt. Die Fahrt führte uns durch eine steinige Bergregion, die man bestens aus den Filmen kennt. Bei diesem Ausflug bekamen wir die extrem starken Winde, die von den Bergen zur Küste hinab wehen können, am eigenen Leibe zu spüren. Der erste Versuch beim Canyon aus unserem Frosch auszusteigen scheiterte daran, dass wir aufgrund des Windes die Türen nicht aufbrachten! Der etwas weiter weg gelegene Parkplatz ermöglichte es uns doch noch auszusteigen. Der Fussmarsch zum Canyon war richtiggehend eine Challenge, wurde aber von einer atemberaubenden Aussicht belohnt.


Landeinwärts ging es weiter nach Skradin um am Folgetag den Krka Nationalpark zu besuchen. Dieser Nationalpark ist bekannt für seine sieben Wasserfälle. Wir haben nur den siebten und längsten Wasserfall, den Skradinski Buk besucht. Zu diesem Wasserfall gelangt man über sehr gut ausgebaute Holzstege, die direkt über den Fluss führen. Nebst der wunderbaren Natur können auch Ruinen, alte Turbinen des ersten Wasserkraftwerks in Kroatien sowie Mühlen besichtigt werden.

Der Charme von Trogir, der Perle an der Küste Dalmatiens, die über 2000 Jahre alt ist, traf uns unvorbereitet und mit voller Wucht. Spontan haben wir im Städtchen eine Pause auf unserer Route Richtung Süden eingelegt. Die faszinierende Altstadt und die traumhafte Uferpromenade zogen uns in ihren Bann und so liessen wir es uns nicht nehmen, gemütlich ein feines Mittagessen im Restaurant an der Sonne zu geniessen.

Bereits die Agglomeration von Split kündigt einem an, dass man sich der zweitgrössten Stadt in Kroatien nähert. Auf mehrspurigen Autobahnen fährt man am Flugplatz, an Hochhäusern und Stadien vorbei. In Split planten wir drei Tage auf dem Camping zu stehen um die Stadt zu besuchen und auch mal einen Tag „ums Haus“ zu verbringen. Auf dem Camping war der Jahreszeit entsprechend wenig los, etwa rund 20 weitere Wohnmobile waren während unserer Zeit dort stationiert, vor allem aus Deutschland. Einige überwintern in Kroatien und sind seit Anfang Dezember auf dem Platz. Mit dem Velo fuhren wir etwa 45 Minuten der Küste entlang nach Split und trafen dort als erstes auf die Uferpromenade Riva. Die kroatische Kaffeekultur wurde überall zelebriert und wir genehmigten uns eine Pause am Hafen mit Blick auf die ICLA Segler, die zu ihrem Training starteten. Unsere Fahrradtour führte uns weiter auf die Halbinsel Marjan, dem wunderbaren Park angrenzend an die Stadt. Dieser Park ist eine Naturoase mit tollen Ausblicken auf die kroatische Küstenlandschaft und den vorliegenden Inseln sowohl während des Aufstiegs als auch vom Aussichtspunkt. Als Highlight von Split ist der Palast des Kaisers Diokletian zu nennen, welcher 1979 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Er besitzt vier Tore: ein Goldenes, ein Silbernes, ein Eisentor und ein Bronzetor. Durch das Goldene Tor ging jeweils der Kaiser. Wie bereits andere kroatische Küstenstädte überzeugt auch Split mit einer schönen Altstadt und engen, schmucken Gassen.


Unsere weiteren Eindrücke: Aktiv gelebte Kaffeekranzkultur, viele Holztransporte vor allem in ländlichen Gegenden, Heizen mit Holz und spezielle Holzvorratsspeicherhäuschen im Vorgarten der Wohnhäuser, sowohl Recycling aller Art aber leider auch viel Müll entlang der Strassen und in Wäldern, imposante Gräber (grosse, schöne Marmorplatten mit teils eingravierten Gesichtern der Verstorbenen), in jedem Ort ein Automat Klub (Spielsalon).
Wir verlassen nun Kroatien nach 17 wunderschönen Reisetagen in Richtung Bosnien und Herzegowina und kommen dann für den Besuch von Dubrovnik nochmals mit einem kurzen Abstecher ins Land zurück. Kroatien ist vielseitig und definitiv eine Reise Wert. Im Januar/Februar kann das Land ohne die grossen Touristenströme genossen werden und als Camper ist man auch bei oftmals geschlossenen Restaurants oder Hotels unabhängig und flexibel. Man verzichtet aber natürlich auf die unzähligen Bademöglichkeiten und belebten Touristenorte mit ihren Angeboten. Im Landesinneren hatten wir tagsüber jeweils ein paar Grad über Null, an der Adriaküste dank Sonnenschein um die 13-14 Grad.

Unsere bisherige Reiseroute

Danke für die tollen Eindrücke Eurer Reise. Ich habe festgestellt, dass Ihr auf der Route unterwegs seid, die auch ich ab November 2023 geplant habe. Vorher muss Ingo meinen 917 aber noch umbauen. Viel Spaß weiterhin. Ich freue mich auf Eure weiteren Reiseberichte.
Gruß
Klaus
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Sehr schön 😍 eure Reiseberichte 🥰ich glaube Kroatien währe eine Reise wert . Weiterhin gute Fahrt und gebt auf euch acht😘😘
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Danke für den schönen Reisebericht und Fotos. Wir wünschen Ihnen eine sichere und wunderbare Reise. Genießen Sie die Landschaften, Begegnungen, einander und den Frosch.
Liebe Grüße, Hans und Margreth
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