Iran

Frühmorgens machten wir uns, zusammen mit den deutschen Reisenden, auf in Richtung Grenzübergang Armenien – Iran. Die Frauen trugen weite Kleider und Kopftuch und die Männer lange Hosen. Als wir beim Ausreiseschalter von Armenien angekommen waren, ging vorerst gar nichts, da unglücklicherweise gerade Schichtwechsel war. Als die Schalter nach 30 Minuten Wartezeit öffneten, waren die Grenzbeamten mit unseren Einreisedokumenten für einen LKW sichtlich überfordert. Mit der grösser werdenden Warteschlange hinter uns, stieg der Druck auf die Grenzbeamten und wir durften dann plötzlich passieren. Nach zwei Stunden war die Ausreise aus Armenien geschafft. Schliesslich ging es Richtung Einreiseterminal auf der iranischen Seite. Mit unserem Camper durften wir zum Glück an der LKW Warteschlange vorbeifahren. Die ersten Stationen der Einreise liefen sehr effizient ab und wir wurden von den Beamten freundlich empfangen. „Welcome to Iran“ hörten wir an jedem Schalter und unser Visum war in Kürze gestempelt. Da dachten wir noch, wir schaffen die Einreise in kürzerer Zeit als die Ausreise aus Armenien – aber dies war weit gefehlt! Für die Einreise mit unserem Frosch in den Iran musste das Carnet de Passage korrekt abgewickelt werden, welches die temporäre Einfuhr in das Land regelt. Die Männer mussten von einem Schalter zum nächsten und das ganze Prozedere lief ziemlich chaotisch ab. Es wurde gedrängelt und es war nicht ersichtlich, welche Personen offiziell für die Behörden arbeiteten und welche nicht. Diverse Personen gingen hinter die Schalter und füllten Papiere aus, machten Kopien etc. Schliesslich nahm sich uns ein Herr an und managte die notwendigen Stempel und Unterschriften. Als wir zum Exit-Gate fuhren, wurde nochmals alles kontrolliert. Leider ging für uns die Schranke nicht auf und es hiess, wir müssten nochmals zum Schalter 1 da unser Nummernschild nicht im System sei. Die Arabischkurse von Manuela zahlten sich aus, da wir selbst die notierten Zahlen auf Farsi mit unserem Schweizer Kennzeichen auf den Dokumenten kontrollieren konnten. Es stellte sich heraus, dass der Beamte am Schalter 1 anstatt einer 5 eine 4 im System eingegeben hatte. Er korrigierte den Fehler und wir mussten glücklicherweise nicht den ganzen Prozess nochmals machen. Nach 3 Stunden hatten wir die Einreiseformalitäten geschafft und fuhren auf der Bergroute Richtung Tabriz.

Nach knapp vier Stunden, auf guten iranischen Strassen ohne Schlaglöcher erreichten wir die Stadt Tabriz und fanden Platz auf dem städtischen Camping auf dem kostenlos übernachtet werden konnte. Andere iranische Reisende sprachen uns direkt an und waren sehr an uns sowie unserem Frosch interessiert. Wir kamen auch mit anderen Schweizern ins Gespräch, die uns wertvolle Tipps gaben um die bevorstehenden administrativen Arbeiten am Folgetag in Angriff zu nehmen. Sie liehen uns spontan Iranische Rial für die Taxifahrt am kommenden Tag, damit wir im Zentrum Geld wechseln und die Fahrzeugversicherung sowie die SIM-Karte organisieren konnten. Müde fielen wir nach diesem intensiven und aufregenden Tag ins Bett und waren dankbar für die kühle und ruhige Nacht.

Am Morgen nahmen wir uns ein Taxi ins Zentrum und wurden von einem anderen Fahrgast für die Fahrt eingeladen. Im Iran ist es üblich, das Taxi mit weiteren Fahrgästen zu teilen. Der Geldwechsel verlief aufgrund der Tipps von den Schweizern einfach und wir konnten im Tourismusbüro in einer ruhigen Atmosphäre unsere 93 Millionen Iranische Rials nachzählen. 1 Million Iranische Rial entsprechen rund 3 Schweizer Franken. Die Fahrzeugversicherung konnten wir dank der Hilfe eines Iraners auch abschliessen. Es war schon ein komisches Gefühl nichts auf der Police lesen zu können. Wir vertrauten darauf, dass alles korrekt hinterlegt war, denn nicht einmal das Datum konnten wir überprüfen, da im Iran der persische Kalender angewendet wird. Wie wir später erfahren sollten, ist das Jahr 2022 im Iran das Jahr 1401. Den Kauf der iranischen SIM Karte konnten wir nicht erledigen, da diese erst drei Tage nach Einreise gekauft werden kann.

Wir erkundeten bei Temperaturen um die 38 Grad Celsius die Stadt und schlenderten durch den Bazar und die Fussgängerzone. Tabriz ist eine Stadt mit viel Verkehr. Wir konnten die Sehenswürdigkeiten kaum ohne Autos fotografieren. Während unserer Tour liessen wir die Eindrücke wirken und entdeckten für uns auch Ungewöhnliches beispielsweise in der Vitrine des Metzgers. Auf dem Bazar liefen zudem viele Männer mit Schubkarren herum, in denen Kuh- oder Schaffüsse aufgestapelt waren. Diese bespritzten sie immer wieder mit Wasser um sie frisch zu halten. Uns wurde erklärt, dass daraus zusammen mit einem Schafskopf eine schmackhafte Suppe als Frühstück zubereitet werde – Kalle pache genannt.

Am Folgetag fuhren wir Richtung Zanjan und wagten noch in Tabriz den ersten Tankversuch. Im Iran ist der Diesel staatlich subventioniert und kontingentiert sowie ausschliesslich für Berufskraftwagen vorbehalten. Man kann folglich als Tourist mit einem Dieselfahrzeug nicht einfach an eine Tankstelle fahren und Tanken, denn die Zapfsäulen müssen mit den staatlichen Karten, über die die Touristen nicht verfügen, freigeschalten werden. Es gibt Tankstellen mit eigenen Karten, diese sind allerdings nur vereinzelt vorhanden und haben meist eine Mengenbeschränkung von maximal 100 Litern. Das übliche Prozedere beim Tanken ist, dass man mit dem Fahrzeug auf das Gelände der Tankstelle fährt – nicht direkt an die Zapfsäule wegen den Überwachungskameras – und dann mit dem Tankwart klärt, ob es möglich ist Diesel zu erhalten und zu welchem Preis. Normalerweise hilft einem der Tankwart und klärt mit den LKW-Chauffeuren, ob der Bezug von Diesel für Touristen über ihre Karte möglich ist. Der staatlich fixierte Preis liegt bei 3000 Rial pro Liter – also 1 Schweizer Rappen. Für Touristen gilt meistens der doppelte Preis, der mit 2 Rappen pro Liter auch nicht wirklich das Reisebudget belastet. Unser erster Tankversuch glückte. Wir bekamen 80 Liter Diesel, die mit Kanistern und mittels einer abgeschnittenen Petflasche als Trichter in unseren Tank eingefüllt wurden. Beim Nachrechnen des offerierten Preises war uns doch glatt ein Fehler unterlaufen und wir überzahlten die ersten Liter Diesel mit dem 6-fachen des normalen staatlichen Preises.

Im späteren Nachmittag erreichten wir nach vier Stunden Fahrt die Stadt Zanjan und stellten uns auf einen Parkplatz, der sowohl für Touristen als auch einheimische Camper als Stellplatz diente. Noch bevor wir das Einparken abschliessen konnten, waren wir von Einheimischen umzingelt, die sich freundlich und interessiert erkundigten woher wir kommen und wie uns der Iran gefällt. Oft erhält man direkt ihre Telefonnummer und die Einladung, sie zu Hause zu besuchen, sobald wir in ihrer Stadt ankommen würden. Gegen 19 Uhr begann sich der Platz zu füllen, diverse Autos fuhren zu und die Leute stellten ihre Zelte auf dem Betonboden für ihr Nachtlager auf. Der Platz diente sowohl Arbeitern, die mit ihren Lieferwagen ankamen als auch Familien als Übernachtungsort. Schliesslich verbrachten wir eine ruhige Nacht inmitten von Iraner mit ihren Zelten, die allerdings morgens um 7 Uhr wieder zusammengepackt und abgereist waren.

Das soziale und gesellschaftliche Miteinander im Iran ist durch die zeremonielle Höflichkeitsform – Taarof – geprägt. Dieses iranische Kulturphänomen ist unabhängig von Religion, Weltanschauung oder Sprache. Als Tourist ist es wichtig, das Taarof zu kennen, denn dieses kommt überall vor – auf dem Bazar, bei der Interaktion mit Einheimischen, im Taxi, an der Tankstelle etc. So gilt es beispielsweise, das Angebot von Speisen zunächst mehrere Male abzulehnen. Würde das Angebot zu früh angenommen, würde man als gierig gelten. Wird das Angebot nach mehrmaligem Ablehnen dann angenommen, ehrt man die Gegenpartei, die aber auch akzeptiert, wenn ausdauernd abgelehnt wird, indem sie das Angebot zurückzieht.

In Qazvin machten wir einen Zwischenstopp und besuchten die Karawanserei bevor wir Richtung Kaspisches Meer weiterfuhren. Die Strassen waren von sehr guter Qualität und wir wagten erneut einen Tankversuch, da die Strecken im Iran ziemlich weit sind und wir unsere Dieseltanks möglichst immer gut gefüllt haben wollten. Ein LKW-Chauffeur liess uns direkt ab Zapfsäule über seine Karte tanken und dies unbeschränkt. So konnten wir unsere Dieseltanks vollständig auffüllen und dies erst noch zum normalen Touristenpreis.

Der Fahrstil der Iraner ist gewöhnungsbedürftig und sehr unberechenbar. So sahen wir bereits auf unseren ersten hundert Kilometer diverse Unfälle. Die Autos sind meist überfüllt, teilweise werden auf einer Autobahnfahrt 10 Leute auf der Ladefläche eines Pickups transportiert und der technische Zustand der Fahrzeuge lässt aus europäischer Sicht zu wünschen übrig. Im Kreisverkehr gilt offensichtlich keine Regel und auch beim Einspuren oder Einbiegen in eine Hauptstrasse wird stoisch nicht nach links geschaut, damit man unbekümmert in die Strasse einbiegen kann, obwohl man dadurch dem von links nahenden Verkehrsteilnehmer den Vortritt nimmt.

Am Grenzübergang Armenien-Iran hat uns ein Iraner den Besuch der Stadt Rasht empfohlen. Diese Stadt lag auf unserer Route an das Kaspische Meer und wir hielten für einen Kurzbesuch an, bevor wir am Meer unseren Stellplatz bezogen. Rasht trägt den Übernamen „Europator“, da die Stadt früher wirtschaftliche Beziehungen zu Europa pflegte. Das schöne Stadtverwaltungsgebäude muss aufgrund der herrschenden hohen Luftfeuchtigkeit in dieser Region regelmässig renoviert werden.

Beim Stellplatz am Kaspischen Meer campierten auch viele iranische Familien. Sie stellten entweder ihr Zelt oder breiteten Teppiche und Kissen auf vorhandenen Holzgestellen aus und übernachteten auf diese Art unter freiem Himmel. Leider lag überall sehr viel Müll herum – sei es auf dem Stellplatz, am Strassenrand oder auch am Strand. Das erste Bad im Kaspischen Meer liess sich Stefan allerdings dadurch nicht nehmen.

Die Iraner waren an diesem Ort etwas weniger neugierig und aufdringlich als bisher. Aber die kulturelle Umstellung auf dieses neue Land war dennoch sehr kräftezehrend. Die Kleidervorschriften, die Kopftuchtragepflicht, Baden nur mit langen Kleidern und Kopftuch, die Wärme teilweise kombiniert mit hoher Luftfeuchtigkeit, das instabile Internet, die wenig vorhandene Privatsphäre aufgrund der sehr interessierten Einheimischen und insbesondere die Einschränkung in Bezug auf die offene Meinungsäusserung und das eigene Verhalten belasteten zu diesem Zeitpunkt die Gemütslage von Manuela und sie hätte in diesem Moment das Land am liebsten wieder verlassen. Rückblickend hat es sich gelohnt, diese kräftezehrende Situation auszuhalten, durften wir in den kommenden Wochen viele positive und schöne Begegnungen mit der Bevölkerung teilen und die Vielfalt dieses Landes weiter kennenlernen.

Unweit von unserem Stellplatz lag der Bojaq Nationalpark, welcher mit dem eigenen Fahrzeug besucht werden konnte. Dieser Nationalpark ist bekannt für seine Vogelkolonien sowie Wasserbüffel und wilden Pferde. So unternahmen wir unsere erste Safari mit dem Frosch im Iran.

An der Kaspischen Küste lagen diverse Feriendestinationen und unser Eindruck war, dass in dieser Region lockerer mit den Vorschriften des Landes umgegangen wurde. So trugen junge Iranerinnen anstatt Kopftuch teilweise einen Hut und ihre männlichen Begleiter sogar kurze Hosen. Während unserer Fahrt der Küste entlang kamen wir für kurze Zeit sogar in einen Regenguss und entschlossen uns spontan in einem der westlich orientierten Restaurants für ein Pizzaessen. Anschliessend fuhren wir von der Küste weg Richtung Berge. Die Kaspische Küste schien für Hauptstädter eine beliebte Wochenenddestination zu sein, denn der Rückreiseverkehr staute sich auf zig Kilometern. Nachdem wir bereits zwei Stunden im Stau standen, wurden wir von der Polizei raus gewunken. Sie erklärten uns, dass wir heute mit unserem Camper nicht über die Berge fahren dürften. Dass unser Frosch technisch in besserem Zustand war, als viele der auf der Strassenseite rauchenden PKWs (geplatzter Kühler) war ihnen wohl nicht bewusst. Wir wollten uns nicht mit der Polizei anlegen und suchten uns einen Übernachtungsplatz bevor wir dann am nächsten Morgen die Fahrt über die Berge in Richtung Teheran antraten.

Auf der Route 59 – auch Chalus Strasse genannt – ging es durch Schluchten und über die Berge. Am höchsten Punkt auf 2’700 Meter über Meer genossen wir die kühle Brise während einer Kurzpause. Aufgrund der andauernden Berichte über Demonstrationen in Teheran und damit verbundenen Verhaftungen entschieden wir uns die Stadt nicht zu besuchen und direkt nach Ghom zu fahren.

In Ghom liegt der Schrein der Fatima Masuma, der ein wichtiger schiitischer Wallfahrtsort ist. Touristen erhalten direkt am Eingang eine Touristenführerin, die einem während des Besuchs begleitet und Informationen teilt. Alle Frauen müssen einen Tschador tragen, der am Fraueneingang zur Verfügung gestellt wird. Auf dem Gelände gibt es auch eine Ausbildungsstätte für Geistliche, die Bekanntheit erlangte, da der Revolutionsführer Ajatollah Ruholla Chomeini dort lehrte. Von Ghom aus hat im Jahre 1979 die Islamische Revolution im Iran begonnen.

Auf der Weiterfahrt Richtung Süden roch es immer wieder nach Erdgas. Dies war für uns speziell aber offensichtlich für das Land mit dem grössten Erdgasvorkommen der Welt normal. Während wir auf den Strassen Irans unterwegs waren, fielen uns folgende Dinge auf: Viele alte Mercedes Kurzhauberlastwagen, die aber teilweise vollkommen neu aussahen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass diese Modelle aus den 70er-Jahren noch immer im Iran produziert werden. Aufgrund der Sanktionen nicht von Mercedes sondern von einer iranischen Firma. Viele Leerfahrten bei LKWs, was wohl auf den günstigen Diesel zurückzuführen ist. Sonnen-Schutzfolien an allen Scheiben im Fahrerhaus um der Aufheizung durch die Sonne entgegenzuwirken. Viele alte amerikanische Mack-Lastwagen im Einsatz, man(n) fühlt sich in die Filme von Terence Hill und Bud Spencer zurückversetzt.

In Kashan übernachteten wir in einem Park und hatten unsere erste Tropennacht im Camper. Die Tagestemperatur von rund 42 Grad Celsius heizte den Frosch so auf, dass in der Nacht das Thermometer im Innern nicht unter die 30 Grad Marke fiel. Am nächsten Tag besuchten wir den Fin Garten, ein 2.3 Hektaren grosser Garten der von Schutzmauern und Türmen umgeben ist. Dieser Garten ist seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe. Im Garten befinden sich verschiedene Wasserläufe, die von natürlichen Quellen gespiesen werden. Anschliessend fuhren wir ins Zentrum von Kashan und besuchten ein historisches Haus. Es ist immer wieder erstaunlich, welch schöne Innenhöfe und Räume sich im Innern von iranischen Häusern befinden – so auch im 1880 erbauten Chane-ye Tabatabayi Haus. Die Stadt Kashan war früher ein wichtiges Zentrum für die Stofffärbung.

Von Kashan aus fuhren wir über eine Gebirgskette, die uns wiederum auf 2’400 Meter über Meer brachte, nach Isfahan. Isfahan ist die drittgrösste Stadt im Iran und war auch Hauptstadt von Persien. Da es gemäss unseren Recherchen nicht wirklich optimale Stellplätze in der Stadt gab und die Temperaturen weit über 40 Grad Celsius stiegen, entschlossen wir uns in ein Hotel auszuweichen. Im Abbasi Hotel, das früher eine Karawanserei auf der Seidenstrasse war und bereits seit 300 Jahren besteht, bekamen wir ein Zimmer und unser Frosch fand Platz auf dem grossen und bewachten Hotelparkplatz. Das Hotel liegt im Zentrum direkt an der Fussgängerzone und die Sehenswürdigkeiten liegen alle in Gehdistanz. Wir genossen die Annehmlichkeiten des Hotels und das tolle Frühstücksbuffet.

Isfahan ist eine sehr schöne Stadt mit viel Grünfläche und zu unserem Erstaunen vielen Velos und Velowegen. Wir wollten hier nebst der Besichtigung auch das Guthaben unserer SIM-Karte aufladen sowie Wäsche waschen und Geld wechseln. Bei unserem Besuch in einer Wäscherei war die Verständigung erneut nur auf Farsi möglich. Die Standardausrüstung in der Handtasche war seit der Einreise in den Iran ein kleiner Notizblock und ein Kugelschreiber. Damit konnten wir oder unser Gegenüber die Preise auf Farsi aufschreiben, was zumindest über einen Teil der Leistung Klarheit brachte.

Als wir auf unserer Stadttour bei einem Safranladen vorbeikamen, wurden wir von der Mitarbeiterin angesprochen. Sie sprach ein wenig Deutsch und als wir uns mit ihr unterhielten, kam eine Reisegruppe aus Katar um sich mit Safran einzudecken. Zusammen mit den Touristen aus Katar erhielten wir eine Einführung in die verschiedenen Qualitäten des Safran. 90% des Safrans weltweit werden hier im Iran produziert, entsprechend ist Safran auch ein beliebtes Mitbringsel aus diesem Land. Wir wurden Zeugen wie die Familie aus Katar kurzerhand für 10’000 Schweizer Franken Safran einkaufte und sich anschliessend auf die weitere Stadttour begab.

Durch Isfahan fliesst eigentlich ein Fluss. Als wir bei der berühmten Siosepol Brücke ankamen, war dieser allerdings komplett ausgetrocknet. Wir erfuhren später, dass dies nicht an der aktuellen Jahreszeit lag, sondern dass die Wasserführung zentral gesteuert wird. Der Fluss führte aufgrund der Wasserknappheit schon seit mehreren Jahren kein Wasser mehr, da dieses für die Bevölkerung sowie die Industrie gebraucht und entsprechend umgeleitet wird.

Zwischen Isfahan und Yazd liegt der Ort Tudeshk auf rund 2’100 Meter über Meer. In diesem Ort wurde uns von österreichischen Overlandern das Tak Taku Guesthouse empfohlen, welches ein idealer Ort sei um zu relaxen. Wir waren zwar erst seit zehn Tagen im Iran unterwegs, hatten aber bereits das Bedürfnis für eine Pause. Wir konnten im Frosch hausen und gleichzeitig die Infrastruktur des Guesthouses nutzen. Wir verbrachten viele Stunden im Aufenthaltsraum, wurden vom Gastgeber mit Melonen und Glace verwöhnt, konnten unsere Wäsche waschen und erfuhren viel Interessantes über das Land und das Leben der Einheimischen im Iran. Weiter erhielten wir wertvolle Tipps für Ausflüge in der Umgebung und zu unserer weiteren Reiseroute. Wir erkundeten die Sanddünen, den Salzsee sowie die Berge und genossen während vier Tagen die grossartige Gastfreundschaft. Zwei Mal assen wir mit der Familie und wurden mit köstlichen iranischen Mahlzeiten, welche die Mutter des Gastgebers für die Gäste zubereitete, verwöhnt.

Während unserer Relaxtage im Guesthouse wurde der Iran erneut von starken Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht. Dies auch unweit von Tudeshk. Bei den Überschwemmungen gab es sowohl tote als auch vermisste Personen. Als wir uns ein paar Tage danach auf den Weg Richtung Meybod machten, waren die Spuren immer noch sichtbar und gewisse Strassen unpassierbar.

In Meybod gab es eine Burg sowie ein Eishaus zu entdecken. Beides war bei unserer Ankunft leider bereits geschlossen. In der Karawanserei befanden sich kleine Läden, die unter anderem Zilou herstellten. Zilou ist ein gewobener Teppich, der nur in Meybod produziert wird. Im Taubenturm wurde früher natürlicher Dünger für die Landwirtschaft in der Region gesammelt.

Unser Ziel am Folgetag war der Chak Chak Feuertempel der Zoroastrier, der ein wenig im Hinterland lag. Zoroastrismus ist eine sehr alte Religion, die heute nur noch wenige Hunderttausend Anhänger hat, die sich vor allem im Iran, in Indien, in den USA und in Pakistan befinden. Die Zufahrt war gemäss Informationen von anderen Wohnmobilisten über die üblichen Strassen teilweise blockiert und ohne 4×4 aufgrund der Regenfälle nicht möglich. Wir versuchten unser Glück auf einer Naturstrasse, die querfeldein ging. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel schlugen wir unser Nachtlager inmitten einer weiten Ebene zwischen zwei Bergketten auf. Nach einer ruhigen Nacht ging es noch ein kurzes Stück offroad weiter, bis schliesslich die Strasse zum Tempel erreicht war. Der Tempel ist ein wichtiger Wallfahrtsort für die Zoroastrier und wir konnten ihn als einzige Touristen vor Ort besuchen.

Unsere Weiterfahrt führte danach nach Kharanaq. Im alten Teil von Kharanaq befindet sich ein Lehmdorf, das allerdings nicht mehr bewohnt ist und dessen Gebäude teilweise eingestürzt sind. Der alte Teil soll seit 4’500 Jahren bestehen – allerdings bestehen zwischen Experten Divergenzen bzgl. des richtigen Alters der Lehmstadt.

Die Stadt Yazd wurde ebenfalls stark von den Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen. Gewisse Strassen waren bei unserer Ankunft noch überschwemmt und einige Gebäude waren aufgrund der Wassermassen eingestürzt. Der Grossteil des Altstadt (UNESCO) war noch geschlossen und teilweise waren immer noch Aufräumarbeiten im Gange. Von unserem zentral gelegenen Stellplatz waren wiederum viele der Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichbar. Im Wassermuseum erfuhren wir, wie das frische Bergwasser unterirdisch in die Stadt geleitet wird und wie die Wasserversorgung der Stadt funktioniert. Etwas ausserhalb lagen die Towers of Silence. Diese Türme wurden von den Zoroastrier für die Luftbestattung von Verstorbenen benutzt und lagen aus diesem Grund ausserhalb der Stadt.

Wir wollten den nächsten Stellplatz irgendwo in der Natur, wenn möglich in den kühleren Bergen finden, da wir zum Schweizer Nationalfeiertag unseren Grill auspacken wollten. Unweit von Yazd entfernt gibt es den Berg Shir Kuh, in dessen Nähe wir schliesslich fündig wurden und und ein leckeres 1. August Menu zubereiten konnten.

Auf der Strecke Richtung Schiras lagen eine Reihe von touristischen Sehenswürdigkeiten vor uns. Die Fahrt führte uns durch diverse Ortschaften. Im Iran sind in jeder Ortschaft entlang der Hauptstrasse die Bilder der Märtyrer aus dem Ersten Golfkrieg aufgehängt. Auf diesen Bildern sind mehrheitlich Männer aber teilweise auch Knaben abgebildet, die damals über Minenfelder rannten um diese zu entschärfen und sich so für ihr Heimatland opferten.

Die Stadt Abarkuh war unser erster Stopp auf dem Weg Richtung Schiras. In Abarkuh steht das historische Haus, das auch auf der 20’000 Rial Note abgebildet ist sowie eine über 4’000 Jahr alte Zypresse. Weiter konnten wir hier ein Eishaus besichtigen. Ein Eishaus ist ein traditionelles Kühlhaus, in dem im Winter Eis hergestellt und gelagert wurde um es dann in den Sommermonaten zu verwenden.

Abarkuh

In der Ortschaft Pasargadae besuchten wir die archäologische Stätte des Grabes von Cyrus des Grossen, des Gründers des ersten Persischen Reiches. Das Grab ist mit seinen über 11 Metern Höhe imposant. Die restlichen Sehenswürdigkeiten der archäologischen Stätte überzeugten uns allerdings weniger.

Grab des Cyrus des Grossen

Nach einer ruhigen Nacht in einem Flusstal bei Pasargadae fuhren wir frühmorgens nach Persepolis. Persepolis wurde bereits 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Die ältesten Funde an dieser archäologischen Stätte datieren zurück bis in das Jahr 515 vor Christus. Persepolis oder früher auch Parsa genannt, bedeutet „die Stadt der Perser“ oder „Persien“. Die Stätte liegt erhöht und erstreckt sich über ein Gebiet von 125’000m2. Nach den bereits besuchten historischen Stätten in Griechenland und der Türkei, fanden wir hier eine etwas andere Art vor. Pferde, Löwen, Vögel, Stiere und Lotus Blumen sind vorherrschende Symbole die in den Stein gemeisselt sind oder auf Säulen thronen. Fünf verschiedene Paläste, eine grosse Schatzkammer, das Tor aller Nationen oder die imposante Steintreppe sind nur einige der Sehenswürdigkeiten in Persepolis.

Nur 12km von Persepolis entfernt liegt Naqsch-e Rostam. Nebst Steinreliefs gibt es vier grosse, in den Felsen gehauene Gräber.

In Schiras kamen wir etwas früher an als ursprünglich geplant und fuhren zu einem Stellplatz beim Jannat Garden. Auch diese Stadt stand in den Vorbereitungen für den islamischen Feiertag Aschura, der ein paar Tage später war. In vielen Städten wurden Plätze mit schwarzen Fahnen geschmückt und Holzkonstruktionen sowie Stände aufgebaut. An Aschura gedenken die Schiiten des Todes des Imams Husain in der Schlacht Kerbela und es finden in den Orten verschiedene Trauerzeremonien statt. Bei unserem Stellplatz war eine grosse Bühne aufgebaut und bereits fünf Tage vor dem Feiertag fanden jeden Abend Veranstaltungen statt. Aufgrund der von uns wahrgenommenen Akustik vermuten wir, dass nebst Gebeten auch die Geschichte der Schlacht von Kerbela an diesen Veranstaltungen erzählt wurde, an denen übrigens alle Personen schwarz gekleidet waren.

Schiras verfügt über ein schönes Zentrum mit Fussgängerzonen. Viele der Sehenswürdigkeiten (Pinke Moschee, Zitadelle Karim Khan sowie Vakil Bazar) liegen nahe beieinander und moderne Restaurants und Cafés bieten köstliche Verpflegungen an. Da unser Stellplatz ein wenig ausserhalb lag, nutzten wir die App Snapp! um eine Fahrgelegenheit ins Zentrum zu buchen. In dieser App kann man den Abfahrts- sowie den Zielort eingeben, der Preis wird direkt angezeigt und es ist realtime ersichtlich, wo sich der zugewiesene Fahrer befindet. Es handelt sich allerdings um Privatautos, deren Zustand jeweils erst beim Besteigen erkennbar ist. Eine zehn minütige Fahrt ins Zentrum kostete uns mit Snapp! jeweils etwa 1 Schweizer Franken.

Etwa eine halbe Stunde von Schiras entfernt liegt der pinkige Salzsee – der Maharlu See. Wir unternahmen einen Ausflug zum Salzsee und wollten von den dortigen Stellplätzen einen Augenschein nehmen. Die Farbe des pinkigen Salzsees ist wirklich eindrücklich. Schliesslich entschieden wir uns gegen eine Nacht am Salzsee, da die Temperaturen doch sehr hoch waren und wir den Stellplatz in der Stadt als optimaler beurteilten. Wir verbrachten schliesslich drei Nächte beim Jannat Garden für jeweils 1 CHF pro Nacht. Aufgrund des bevorstehenden Feiertages sowie des Unterrichtstages von Stefan beschlossen wir die weiteren zwei Nächte in einem Hotel in Schiras zu verbringen.

Bis anhin waren wir glücklicherweise von Krankheiten auf unserer Reise weitestgehend verschont geblieben, doch die Tage in der Stadt mit auswärtigem Essen führten zu einer Magen-Darm-Erkrankung bei Manuela. Die Weiterfahrt Richtung Kerman konnten wir aber trotzdem in Angriff nehmen und übernachteten auf unserer Zweitagesetappe bei einem ruhigen Stellplatz in der Natur, ganz in der Nähe des Highways. Am Folgetag lag der zweite Teil der rund 700km vor uns. Die Strasse führte über weite Ebenen, links und rechts Buschland. Der iranische Fahrstil haben wir ja bereits ein wenig beschrieben. Leider erlebten wir einen Unfall hautnah mit. Ein PKW überholte uns und zog aus welchem Grund auch immer danach zu stark nach rechts und geriet neben die Fahrbahn. Der Wagen begann zu schlingern, geriet auf die Gegenfahrbahn und schliesslich konnte der Fahrer ihn nicht mehr unter Kontrolle bringen. Er rutschte neben die Strasse und überschlug sich vor unseren Augen. Glücklicherweise kam der Wagen auf den Rädern zu stehen. Wir hielten an und rannten zum Fahrzeug. Durch Wegreissen des Dachträgers, welcher sich vor die Fahrertüre gebogen hatte, gelang es Stefan den Fahrer aus dem Auto zu befreien. Der Beifahrer konnte selbständig aussteigen. Auf dem Rücksitz befanden sich zwei Frauen und drei Kinder. Die Kinder und eine Frau konnten das Auto verlassen, die zweite Frau blieb verletzt im Auto sitzen. Sofort hielten andere LKW- und PKW-Fahrer an und organisierten weitere Hilfe. Die Verunfallten sprachen kein Englisch und wir waren froh, konnten sich die anderen Helfer mit den Verunfallten unterhalten. Nach kurzer Zeit traf eine Ambulanz ein und die verletzten Frauen wurden abtransportiert. Das Auto erlitt Totalschaden doch zu unserem Erstaunen schienen die Verunfallten gottseidank nur leicht verletzt zu sein.

Erschöpft kamen wir schliesslich in Kerman an. Dort mussten wir zunächst das Erlebte verdauen und aufgrund der noch immer anhaltenden Krankheits-beschwerden bei Manuela beschlossen wir einen Ruhetag einzulegen. Die Stimmung von Manuela war einmal mehr nicht mehr so gut und der Drang den Iran nun langsam zu verlassen wurde grösser.

Nach zwei Tagen starteten wir in Richtung Lut Wüste. Die Wüste Lut ist einer der heissesten Orte der Welt und mit 166’000km2 die grösste Wüste im Iran und UNESCO Weltnaturerbe. Der Temperaturrekord liegt bei 78.2 Grad Celsius. Die Fahrt in die Dascht-e Lut führte über einen Gebirgszug und von kühlen 20 Grad Celsius auf der Passhöhe hinunter in die Wüstenebene zu rund 43 Grad Celsius. Diese Temperaturen waren für uns, dank der trockenen Hitze, gut aushaltbar und wir besuchten mit dem Frosch die Sehenswürdigkeiten auf der kleinen Wüstentour. Als Erstes konnten wir die Kalouts bestaunen – das sind plateauartige Felsformationen, die aus dem Sand ragen. Anschliessend fuhren wir über eine Umleitung auf Schotterpisten zum Salzsee, da die asphaltierte Strasse auf diesem Streckenabschnitt zerstört war. Das Wasser floss teilweise direkt unter der Strasse durch und der Salzsee war eine riesige glitzernde weisse Fläche soweit das Auge reichte. Bei einem gemütlichen Abendessen genossen wir die unglaubliche Stille der Wüste umgeben von den atemberaubenden Kalouts.

Es gibt in der Wüste Lut auch eine mehrtägige grosse Tour, die allerdings einen Permit verlangt und vorzugsweise von mehreren Fahrzeugen gemeinsam unternommen werden sollte, damit gegenseitig Bergehilfe geleistet werden kann. Der Sommer ist zudem nicht der optimale Reisezeitpunkt für die grosse Tour – daher begnügten wir uns mit der kleinen Wüstentour, die mit einem Allradfahrzeug sehr gut alleine begangen werden kann.

Unsere Weiterreise hatte die Stadt Bam zum Ziel. Diese Stadt wurde uns von einem Iraner empfohlen. Im Jahr 2003 ereignete sich in Bam ein starkes Erdbeben, bei dem über 40’000 Menschen den Tod fanden und über 30’000 Menschen verletzt wurden. Die Stadt wurde seither, unter anderem auch durch internationale Unterstützung, neu aufgebaut. Die Hauptattraktion ist die Zitadelle, die seit 2004 UNESCO Weltkulturerbe ist und wieder vollständig aufgebaut wurde.

Frühmorgens am nächsten Tag nahmen wir unsere Tagesetappe nach Bandar Abbas unter die Räder und rollten während rund 8 Stunden vom iranischen Hochplateau hinunter an den Persischen Golf. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, die regelmässigen Fahrerwechsel dienten der Konzentration im Cockpit und so kamen wir schliesslich am Nachmittag gesund und pannenfrei am Zielort an. Die Temperaturen lagen nur bei rund 35 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit von 70% setzte uns allerdings ziemlich zu. Kurzerhand beschlossen wir die nächsten vier Nächte in einem einfachen Hotel zu verbringen, da wir uns auf anstrengende und kräftezehrende Tage einstellen mussten und daher jeglichen Schlaf in einer kühlen Umgebung brauchten.

In Bandar Abbas stand die Verschiffung in die Emirate an, die wir in den Wochen zuvor bereits versucht haben in die Wege zu leiten. Am Tag nach unserer Ankunft hatten wir erste Termine zur weiteren Organisation der Verschiffung. Zuvor mussten wir noch Wechselstuben aufsuchen, um unsere Schweizer Franken in andere von der Verschiffungsfirma akzeptierte Währungen zu tauschen. Leider war es in keiner Wechselstube möglich, unsere Schweizer Franken zu wechseln. So hatten wir das Problem zwar über genügend Bargeld zu verfügen, nur leider in einer Währung die niemand wollte. Glücklicherweise akzeptierte die Verschiffungsfirma nach einigen Diskussionen schliesslich unsere Schweizer Franken – natürlich nicht zum besten Kurs.

Am Dienstag gönnten wir uns nochmals einen Freizeittag und besuchten die Insel Hormus. Diese Insel liegt 16 Kilometer südlich des Festlandes und war im 16. und 17. Jahrhundert unter der Herrschaft der Portugiesen ein wichtiger Handelsplatz im Arabischen Meer. Rund eine Stunde dauerte die Überfahrt mit einem Schiff vom Festland bevor es dann mit einem Tuktuk zu den Sehenswürdigkeiten der Insel ging. Auf der zweistündigen Rundfahrt bekamen wir vielseitige Landschaften zu Gesicht, die uns der freundliche iranische Tuktukfahrer auf Farsi – mit einigen Brocken Englisch – versuchte zu erläutern.

Der Mittwoch war als ganzer Tag für die Arbeit mit dem Fixer reserviert. Ein Fixer ist ein Lokaler, der einem bei den administrativen Arbeiten am Hafen unterstützt mit dem Ziel, das Fahrzeug zollkonform abzumelden und schliesslich auf die Fähre zu bringen. Erfahrungsberichten zu Folge konnten sich diese Arbeiten auch bis in die späte Nacht hinziehen, falls beispielsweise die Fähre verspätet ist. Unser Frosch musste mit einer Cargo-Fähre die Überfahrt antreten, während wir tags darauf mit der Passagierfähre den Weg über das Meer in Angriff nahmen. Die Papierarbeit dauerte tatsächlich von morgens um 9 Uhr bis um 17 Uhr und aus unserer Sicht wäre es ohne einen lokalen Fixer nicht möglich gewesen, den Frosch fristgerecht auf die Fähre zu kriegen. Die Formulare waren alle nur auf Farsi, es gab keinen nachvollziehbaren Prozess sondern aus unserer Sicht eher bürokratisches Chaos. Zwischen langen Wartezeiten kam plötzlich wieder Hektik auf um beispielsweise das Fahrzeug in einer Halle voller Popcornsäcke zwischenzulagern, bevor es schliesslich auf die Fähre gefahren werden konnte. Die Mitarbeitenden der Fähre wirkten vorsichtig und professionell, doch ein wenig nervös waren wir trotzdem unser Zuhause alleine über das Meer zu schicken. Nach einer kurzen Nacht ging es mit dem Taxi erneut zum Hafen und unsere Passagierfähre legte pünktlich in Bandar Abbas ab. Rund 7 Stunden später sollten wir mit dem Highspeed Katamaran in Sharja, in den Vereinigten Arabischen Emiraten ankommen.

Wir verlassen den Iran nach 33 Tagen über das Meer in Richtung Vereinigte Arabische Emirate. Der Iran ist ein spannendes und zugleich sehr anstrengendes Reiseland, welches während unserer Zeit viele Emotionen in uns weckte. Der Iran bescherte uns ein Wechselbad der Gefühle aus Freude, Ärger, Geborgenheit, Angst, Aufregung, Ohnmacht, Faszination. Keine andere Destination hat bisher diese Vielzahl an Emotionen in uns hervorgerufen.

Unsere weiteren Eindrücke: Viele alte PKWs und LKWs, den PKW’s fehlt oft die Front- und Heckschürze, viel Müll, interessierte und neugierige Bevölkerung, Vieles funktioniert anders als gewohnt, Minarette sind im Vergleich zu anderen muslimischen Ländern nicht laut, wenige Ampeln für Fussgänger, Fragen nach Familie und Sicht über den Iran, Kamelfleisch gilt als hochwertig, viele türkische und französische Ausdrücke in der Sprache Farsi.

Unsere bisherige Reiseroute

Unsere Reiseroute im Iran

4 Kommentare zu „Iran

  1. Immer wieder spannend zu lesen…
    Danke das wir mitreisen können in der Phantasie….ich weiss nicht ob ich die Geduld und Mut hätte all das bürokratische zu erledigen(ich reg mich schon in Italien auf und ich kann die Sprache😉) gute Weiterreise und lg aus der Schweiz

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  2. Wahnsinn, was ihr alles seht und erlebt! Bei dieser Etappe habe ich euch nicht beneidet. Ich glaube für mich wäre das nichts. Lange Kleidung und Kopftuch bei dieser Hitze, würden mich umbringen…
    Weiterhin alles Gute und viele schöne Erlebnisse!
    Heidi

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  3. Lieber Stef u Manuela, wir lesen immer wieder eure absolut spannende Reiseberichte!!! Im Iran hattet ihr Glück, mi Brüetsch durfte vor 2 Jahren nur mit Reiseführer das Land bereisen….Die Emirate kennst du ja ein wenig, aber zu anderen Jahreszeiten. Faszinierende Erlebnisse! Mier wünschen euch zwei witerhin vieli spannendi u tolli Reiseerläbnis, blibet muetig, gsung u fräch! Härzlich Thesi u Jörg

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