Vereinigte Arabische Emirate

Die Überfahrt mit der Passagierfähre vom Iran in die Vereinigten Arabischen Emirate erfolgte bei ruhiger See und in der geplanten Zeit. Nach über einem Monat durfte Manuela das Kopftuch nun wieder ablegen – ein sehr schöner Moment! In der Immigrationshalle des Hafens von Sharja wurde automatisch bei jedem Ankömmling Fieber gemessen und die Reisenden wurden in Männer- und Frauengruppen aufgeteilt. Nach mehreren Stunden Wartezeit erfuhren wir, dass das Passsystem nicht funktionierte. Schliesslich verbrachten wir fünf volle Stunden in der Immigrationshalle, bis wir schliesslich den Stempel im Pass erhielten. Zu allem Übel hatte unser Hotel unsere Buchung noch storniert. Dank unseren omanischen Mitreisenden konnten wir uns dann doch noch ein Bett nahe dem Hafen organisieren, damit wir am Folgetag so früh wie möglich mit der Auslösung unseres Frosches aus dem Hafengelände beginnen konnten.

Nach einer sehr kurzen Nacht ging es frühmorgens los mit den administrativen Arbeiten. Zunächst mussten wir mit dem Taxi in einen anderen Stadtteil fahren, um die Shippingorder zu erhalten. Wir teilten uns aufgrund der knappen Zeit auf – einer organisierte die Shippingorder des Froschs und der andere die neue SIM-Karte. Anschliessend ging es auf direktem Weg zum Hafen. Der freundliche Taxifahrer dachte mit und hielt als erstes an dem Gebäude an, an dem wir unsere Tagespässe für das Hafengelände erhielten. Der Auslöseprozess im Hafen von Sharja startete und für uns war es nach dem chaotischen „Hafenprozess“ im Iran beruhigend zu hören, dass es nur einen Prozess gibt. Es war Freitag und entsprechend wurde am Hafen nur bis am Mittag gearbeitet. Dank unserer Vorbereitung und der Hilfe der freundlichen Hafenbeamten schafften wir den Auslöseprozess und die Verzollung noch kurz vor der Hafenschliessung.

Hafen Sharja

Vom Hafengelände fuhren wir direkt in einen anderen Stadtteil um die Versicherung für unseren Frosch abzuschliessen. Wir trafen kurz vor Schliessung beim Versicherungsbüro ein – auch hier zeigte sich eine effiziente Abwicklung. Wir waren glücklich, denn wir hatten es geschafft innerhalb eines halben Tages die Auslösung sowie den Versicherungsabschluss für die Vereinigten Arabischen Emirate vorzunehmen und eine SIM-Karte zu organisieren. So gab es nun erst einmal eine Pause bei einem köstlichen Mittagessen in einer westlichen Restaurant-Kette inklusive Dessert. Wir überlegten uns, wie wir unsere nächsten Tage gestalten wollten und entschieden uns für einen Start mit zwei Tagen Ferien in einem Strandhotel. Die Erholung nach dem ganzen Verschiffungsprozess tat uns sehr gut.

Eines der sieben arabischen Emirate ist Ra’s al-Chaima, welches nördlich von Sharja und Dubai liegt. Die Temperaturen und insbesondere die Luftfeuchtigkeit waren Ende August sehr hoch, sodass wir in Ra’s al-Chaima direkt das klimatisierte Shoppingcenter ansteuerten. Wir beschlossen anschliessend in die Berge zu fahren und erhofften uns mit der Fahrt zum höchsten Berg der Vereinigten Arabischen Emirate der Wärme und hohen Luftfeuchtigkeit zu entfliehen. Dies war leider nur teilweise der Fall. Die Übernachtung beim Jebel Jais hat sich aber trotzdem gelohnt, denn die Umgebung war schön und die Nacht wunderbar ruhig auf knapp 1’900 Meter über Meer. Der Gipfel des Jebel Jais ist touristisch sehr stark ausgebaut mit Ziplines, Restaurants und Hotels.

Unsere Weiterreise führte durch die Berge an die Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Wir machten eine Kurzpause in Dibba, dem Grenzort zum Oman bei der Musandan Halbinsel. Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Süden bis nach Chaur Fakkan und Kalba. Aufgrund der klimatischen Bedingungen entschieden wir uns wiederum für eine Nacht in einem kühlen Hotelzimmer, da wir im Frosch wohl kein Auge zu gekriegt hätten.

In Kalba, der Exklave des Emirates Sharja, gibt es ein Naturschutzgebiet in welchem die regionale Pflanzen- und Tierwelt beleuchtet wird. Nebst Indoor-Aquarien gibt es auch Besuchspfade durch die Mangroven.

Unsere Reiseroute führte anschliessend landeinwärts mit dem Ziel Hatta. In Hatta, der Exklave von Dubai, befindet sich der Hatta Damm. Dieser Damm wurde 1990 gebaut und dient der Wasser- und Stromversorgung. Die Region um den Stausee bietet heute diverse touristische Angebote (z.B. Kayakfahren) an und ist für die Städter sowie Touristen ein Naherholungsgebiet in der kühleren Bergregion.

Nur wenig entfernt im Landesinnere liegt das 2016 eröffnete Mleiha Archaeological Center. Es zeigt die Geschichte der Region und die archäologischen Funde – dies sowohl in einem modernen Museum als auch in Aussenplätzen in der Natur. Einige der Aussenplätze sind frei zugänglich und andere nur mit organisierten Touren besuchbar. Wir statteten dem Museum sowie einiger Fundstätten einen Besuch ab und übernachteten dann nur unweit des Museums in Mleiha.

Auf dem Weg nach Dubai besuchten wir das Offroad History Museum. In diesem Museum ist die private Fahrzeugsammlung von Scheich Hamad bin Hamdan Al Nahyan ausgestellt. In dieser Sammlung ist alles zu finden: Raritäten, Spezialbauten und sogar der erste 4×4 Truck der Welt. Auf dem Vorplatz wirkte unser Frosch fast wie ein Spielzeugauto neben dem übergrossen Hummer.

Schweizer Rarität

Wir liessen die Wüste hinter uns und die Skyline von Dubai tauchte langsam vor uns auf. Auf guten Strassen fuhren wir in die City ein und gönnten dem Frosch noch eine Rundumwäsche.

In Dubai zogen wir für einen Monat in eine Wohnung. Bei Temperaturen von 40 Grad Celsius erfreuten wir uns der klimatisierten Räume und dem Pool unseres Towers sowie dem Luxus einer eigenen Waschmaschine und eines Backofens.

Der stationäre Aufenthalt in Dubai diente einerseits als Basis für diverse Arbeiten und andererseits als Reisepause. In unserer Freizeit genossen wir das vielfältige Angebot der Grossstadt – von einer Dinnercruise, zu Schnuppertauchen bis hin zum 4D Kino oder einer Vorstellung im Opernhaus.

Leider mussten wir während unserer Zeit in Dubai auch die Ärzteklinik aufsuchen. Dankbar über die professionelle medizinische Behandlung sowie die Verständigung in Englischer Sprache und begeistert von der effizienten, modernen und digitalen Patientenanmeldung erfreute sich der Patient nach einer Woche wieder vollster Gesundheit.

Klinik in Dubai

Big city life – wir haben es sehr genossen, da dies komplett etwas anderes war, als was wir bisher während unserer Reise erlebt hatten und bei den herrschenden Temperaturen ein Leben im Camper nicht möglich gewesen wäre.

Ein Besuch beim höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa, stand natürlich auch an. Da wir das Gebäude bereits vor einigen Jahren besucht hatten, beliessen wir es bei dessen Anblick und der allabendlichen Fountain Show.

Fountain Show

Unser Apartment lag in Dubai Marina, nur unweit der nächsten Metrostation, daher benutzten wir den ÖV fast täglich. Mit dem Regenschirm als Sonnenschutz ging es jeweils zu Fuss zur Station, um dann von dort unser Ziel anzusteuern – beispielsweise weiteres Sightseeing oder ein Treffen mit Kollegen, welche in Dubai wohnen. Wir staunten nicht schlecht, als wir den Stadtteil Deira besuchten. So wie sich die Stadt seit unserem letzten Besuch weiterentwickelt hat, hat sich auch der ursprüngliche Teil von Dubai weiterentwickelt. Die Souks sind natürlich noch die gleichen aber die Promenade und die angrenzenden Gebäude erfuhren eine komplette Überholung ins Moderne.

Die Kulinarik der ganzen Welt lässt sich in Dubai finden und geniessen – was wir auch mit viel Vergnügen taten. Ob im irakischen Restaurant oder beim Inder im Souk Madinat – wir speisten immer hervorragend.

Den Dubai Frame besuchte Manuela aufgrund des Arbeitseinsatzes von Stefan alleine – wiederum natürlich mit den ÖV. Im Erdgeschoss des übergrossen Bilderrahmens befindet sich ein Museum, das die bisherige Entwicklung von Dubai zeigt und auch einen Blick in die Zukunft wagt. Im oberen Querbalken kann man über den Glasboden laufen und hat einen wunderbaren Blick auf die Stadt.

Während unseren vier Wochen in Dubai machten wir auch einen Ausflug ins zwei Stunden entfernte Abu Dhabi. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate besuchten wir die Scheich Zayid Moschee, den Qasr al Watan Palast sowie den Louvre. Zur Stärkung gings in das Observation Deck, das einen Rundumblick aus der Vogelperspektive auf Abu Dhabi ermöglichte.

Im Qasr al Watan, dem Präsidentenpalast, finden sowohl Staatsbesuche als auch Kabinettssitzungen statt. Nebst dem eindrücklichen Bau des Palasts befinden sich auch Ausstellungen und Zusatzinformationen zu den Werten und Traditionen der Vereinigten Arabischen Emirate.

In den Etihad Towers befindet sich das Observation Deck im 74. Stock. Von diesem Restaurant aus hat man eine tolle Rundumsicht auf die Stadt.

Der kulturelle Abschluss unseres Abu Dhabi Besuchs war der Louvre Abu Dhabi. Dieser arbeitet eng mit dem Louvre in Paris zusammen und zeigt Ausstellungs-objekte von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

Nach einem Monat in den Vereinigten Arabischen Emirate ziehen wir südwärts in den Oman. Die Vorfreude ist riesig, denn der Oman hat uns aus früheren Reisen bereits sehr gut gefallen und es steht erneuter Familienbesuch an.

Unsere bisherige Reiseroute

4 Kommentare zu „Vereinigte Arabische Emirate

  1. Gewaltig was Ihr alles tüend erläbe und die Närve wo’s do brucht.
    Dubai isch scho interessant, aber de Oman isch viel schöner,do händ Ihr scho rächt. Gnüsseds wieterhin.
    Liebe grüess 🙋‍♀️

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar