Israel

Der Grenzübertritt von Jordanien nach Israel Ende Februar nahm einige Zeit in Anspruch. Für die Ausreise aus Jordanien brauchten wir eine Stunde und für die Einreise nach Israel insgesamt drei Stunden. Als wir in das Grenzgebiet hineinfuhren, wurde zunächst der Unterboden des Frosches mit einem Spiegel überprüft. Nach zweimaligem Check um den Frosch und Sicherheitsfragen durch die Grenzbeamtin, erhielten wir das OK zum nächsten Posten zu fahren. Dort angekommen, wurden wir von zwei Beamtinnen befragt, deren Systemdaten aufzeigten, dass Stefan bereits vor 10 Jahren einmal in Israel eingereist war. Wir erlebten sehr strukturierte und organisierte Abläufe und die Beamten waren bestimmt aber freundlich. Bei der Einreise nach Israel über eine Landesgrenze wird üblicherweise das Gepäck wie am Flughafen gescanned – daher war uns schon bald klar, dass wir entweder unseren Frosch ausräumen oder dieser die Röntgenstation für LKW’s durchlaufen musste. Bewacht von Grenzbeamten musste Manuela in der Wartehalle Platz nehmen. Der Anfrage ob es möglich wäre, die Jacke noch aus dem Frosch zu holen, wurde stattgegeben. Allerdings nur in Begleitung eines Beamten und eines nochmaligen Durchlaufens der Röntgenapparate. Wir mussten glücklicherweise den Frosch nicht ausräumen, sondern durften ihn in den LKW-Röntgenapparat fahren. Nach dem Röntgencheck musste Stefan den Raum verlassen und Beamte sowie Spürhunde nahmen weitere Prüfungen am und im Frosch vor. Nach drei Stunden erhielten wir schliesslich das GO und durften die Grenze passieren.

Bereits im Vorfeld haben wir die Verschiffung von Israel nach Griechenland mit der Verschiffungsfirma geklärt und fixiert – so wussten wir, dass wir nur ein paar Tage im Land bleiben würden und die Verschiffung unsere Hauptaufgabe war.

Als wir die ersten Kilometer auf Israels Strassen fuhren, hatten wir aufgrund der Eindrücke fast das Gefühl von Murgenthal nach Rothrist zu fahren. Es war grün, die Strassen in gutem Zustand und mit Leitplanken versehen, Baustellen waren markiert und Baustellenmitarbeitende trugen keine Privatkleider sondern eine einheitliche Uniform mit Leuchtwesten. Als wir dann noch Kühe entdeckten und an unserem Stellplatz die Einheimischen sich dem Sport (Joggen, Walken etc.) widmeten, meinten wir wirklich fast, dass wir uns in der Schweiz befinden.

Wir bereiteten unser Fahrzeug auf den bevorstehenden Termin am Hafen am nächsten Tag vor und fuhren am Folgetag direkt zum Büro der Verschiffungsfirma in Haifa. Wie üblich darf jeweils nur eine Person das Hafengelände betreten und so durfte sich Manuela mit einem spannenden Solothurner Krimi die fünf Stunden Wartezeit im Büro des Agenten vertreiben. Die Dauer für die Abfertigung wäre üblicherweise kürzer, aber Probleme beim Computersystem verzögerten den gesamten Hafenabwicklungsprozess.

Als alles erledigt war, machten wir uns mit unserem Handgepäck auf den Weg zum Bahnhof von Haifa. Um den Bahnhof zu betreten, müssen sowohl Passagiere wie auch Gepäck durch einen Detektor. Wir kauften uns zwei Tickets nach Tel Aviv-Jaffa und fuhren mit ähnlichen Zügen, wie die der Zürcher S-Bahn, der Küste von Israel entlang in Richtung der Stadt. Dort angekommen, begaben wir uns zu Fuss zum gebuchten Appartment – doch leider erwies sich die Buchung als Reinfall. Die Vermieter meldeten sich nicht und nach mehreren Stunden des Wartens hatten wir das Gefühl, auf einen Fake reingefallen zu sein. Irgendwann beschlossen wir, müde und von der Kälte am Abend eingeholt, das nächstbeste Hotel zu buchen, das leider dann preislich doch auf einem anderen Niveau lag. Generell sind in Tel Aviv die Preise für Essen etc. ähnlich wie in der Schweiz. Nach diesem anstrengenden Tag waren wir froh, als wir im Hotel ankamen. Wir waren nicht sicher, ob uns der nette Herr an der Rezeption die Strapazen dieses Tages angesehen hatte, denn er offerierte uns kostenlos ein Zimmerupgrade, das wir dankend annahmen.

Ausgeschlafen und am köstlichen Frühstücksbuffet gestärkt, erkundeten wir in den folgenden Tagen zu Fuss die Stadt. Viele Menschen betätigten sich sportlich am Strand, Mann und Frau lieferten sich in gemischten Teams Beachvolleyballmatches, viele Einheimische führten ihre Hunde Gassi und die Leute auf den Strassen genossen das Leben mit kulinarischen Köstlichkeiten und Aperitif – Bilder, welche wir in den letzten Monaten nicht mehr gesehen hatten. Wir genossen die Stimmung der zweitgrössten Stadt in Israel und auch wieder den westlichen Lebensstil. Die Altstadt Old Jaffa bietet zahlreiche hübsche Gassen mit vielen Galerien und exquisiten Restaurants und von der Wishing Bridge aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Tel Aviv. Wir besuchten auch ein Shoppingcenter, in dem es entgegen der Shopping Center in den arabischen Ländern extrem laut war und sich die Jugend eher leicht bekleidet zum gemeinsamen Zusammensein traf.

Wir verbrachten drei Tage in Tel Aviv bei Nichtstun und Sightseeing, bevor wir schliesslich dem Frosch hinterher flogen. Unser Flug ging an einem Samstag, dem Sabbath. An diesem Tag fuhren keine Züge, diverse Restaurants und Läden waren geschlossen und auch das Hotelbuffet bot nur ein beschränktes Angebot an. Uns wurde erklärt, dass am Sabbath keine Speisen heisser oder kühler gemacht werden dürfen und auch gewisse Elektrogeräte nicht benutzt werden dürfen. Entsprechend gab es bspw. keinen frisch gebrühten Kaffee oder Cappuccino, keine Kochstation zur Zubereitung von frischen Eierspeisen und auch die Orangenpressmaschine fehlte am Buffet.

Im Vorfeld unserer Einreise erkundigten wir uns – wie immer- über die aktuelle Situation im neuen Land. In Israel fanden wöchentlich diverse Kundgebungen in verschiedenen Städten statt und es gab auch Zwischenfälle mit den Nachbarländern. Aus diesem Grund war Israel für uns ein Transitland, in dem wir diverse Sehenswürdigkeiten nicht besuchten. Während unserer kurzen Zeit im Land, fühlten wir uns aber immer sicher.

Unsere Eindrücke: Lebhafte Städte, kulinarische Vielfalt, aktive Menschen, Struktur, Überwachung.

Unsere bisherige Reiseroute

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